Kontext

Text und Interaktion

Shantala Hummler

Linguistik – Sprachwissenschaft

 

  • Semiotik / Zeichenlehre
     
  • Kommunikationslinguistik

Zeichen – Kontext – Interaktion

Fokus: Kontext

lat. con ‹zusammen›, texere ‹weben, flechten›

= Verbindung, Verknüpfung, Zusammenhang

 

… wovon?

Fokus: Kontext

These 1: Alles steht in einem Kontext.

Text, Zeichen, Ereignisse, Handlungen, Personen etc.

Fokus: Kontext

Kontext von Text       Kontext von Zeichen

1. Sprachlicher Kontext

2. Nicht-sprachlicher bzw. situativer Kontext

 

Kontext = Alle Elemente, die die Bedeutung eines Zeichens
                bestimmen.

Fokus: Kontext

1.1 Sprachliche Mittel, mit denen eine Äusserung in einer

      konkreten Situation lokalisiert wird.
 

      Indexikalische Ausdrücke zur Identifikation von Sprecher/nnen,
      Angesprochenem, Zeit und Ort etc.

Jene Studentin im weissen T-Shirt scrollt heute um 13.21 Uhr im Seminarraum 314 in der Schule für Gestaltung Zürich bereits seit mindestens 5 Minuten gelangweilt durch die Timeline der Facebook-App auf ihrem i-Phone 6.

Fokus: Kontext

1.2 Sprachliche Mittel, die Äusserungen zu einem Text machen,
      sprich Kohäsion / Zusammenhalt schaffen.

Nun fühlt sich Eva ertappt. Daraufhin legt sie das Ding aus der Hand, obwohl sie ungern darauf verzichtet.

 

Pronomen (er, ihr, dessen etc.), Pro-Formen

Fokus: Kontext

2.1 Nonverbale Mittel: Mimik und Gestik

Title Text

Title Text

Title Text

Fokus: Kontext

2.2 Alle aussersprachlichen Merkmale
 

  • Umliegende Zeichen
  • Graphische Gestaltung (Bilder, Layout, Typographie)
  • Alter, Gender, Bildung, Kultur, Vorwissen usw. der Interagierenden, ihre Beziehung untereinander
  • Äussere Umstände wie Ort und Zeit, gesellschaftlicher Rahmen etc. …

Fokus: Kontext

Nun fühlt sich Eva ertappt. Daraufhin legt sie das Ding aus der Hand, obwohl sie ungern darauf verzichtet.

 

These 1: Alles steht in einem Kontext.

These 2: Zeichen erhalten ihre Bedeutung erst in Beziehung zu
               anderen Zeichen und zu bestimmten Kontexten.

Semiotik / Zeichenlehre

1. Zeichen = alles sinnlich Wahrnehmbare

  • Verbale Zeichen
  • Paraverbale Zeichen: Lautstärke, Intonation, Sprechrhythmus, Sprachmelodie, Typographie, Layout
  • Nonverbale Zeichen: Gestik, Mimik, Bilder, Schilder, Sonnenbrand, Glatze etc.

Semiotik

2. Zeichen verweisen auf etwas anderes als sich selbst.

     Stellvertreterfunktion

‹Vogel› ≠

Semiotik

Bezeichnendes

Bezeichnetes

Lautbild, Wort

Bedeutung, Konzept, Vorstellung

Ferdinand de Saussure

Zeichen

[

Semiotik

‹Vogel›

Ferdinand de Saussure

Semiotik

  • Arbiträr = willkürlich, beliebig
  • Konventionell = durch gesellschaftliche Übereinkunft
  • Assoziativ = durch Verknüpfung von Vorstellung
Ferdinand de Saussure

Semiotik

  • Index: Hinweis, Anzeichen, Kausalität
  • Ikon: Ähnlichkeit
  • Symbol: Konvention
Charles Sanders Peirce

Semiotik

Symbol

Charles Sanders Peirce

A

Semiotik

Ikon

Charles Sanders Peirce

Semiotik

Index

Charles Sanders Peirce

Aufgabe

Türklingelgeräusch

© stockvault

© Hammersfan

Semiotik / Zeichenlehre

Zwei Relationen zwischen den einzelnen Wortzeichen:

1.Syntagmatische Beziehung: Verkettung von Zeichen

2. Paradigmatische Beziehung

Zeichen

Wort

Satz

Text

Diskurs

Semiotik / Zeichenlehre

Die Kondukteurin   gibt   dem  Fahrgast  eine  Busse.

Ohrfeige

Zigarette

Fahrkarte

Kind

Otto

Schmerz-tablette

Münze

Passagier

Obdachlosen

reicht

verab-
reicht

spendet

schenkt

Kontrolleurin

Security-
Frau

Polizistin

Chauffeurin

Paradigmatische Ebene

Syntagmatische Ebene

Fokus: Interaktion

These 1: Alles steht in einem Kontext.

These 2: Zeichen erhalten ihre Bedeutung erst in Beziehung zu
               anderen Zeichen und zu bestimmten Kontexten.

These 3: Zeichen müssen interpretiert werden, damit sie
               Bedeutung erhalten.

Kommunikationslinguistik

Roman Jakobson

Kommunikationslinguistik

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Zeichen – Kontext – Interaktion

Jedes Zeichen steht in einem sozialen und kulturellen Kontext.

  • Produktion
  • Funktion
  • Bedeutung
  • Interpretation

Zeichen haben eine wesentlich interaktive Dimension.

  • Produktion
  • Bedeutung
  • Interpretation

Bibliographie

Glück, Helmut/Rödel, Michael (Hgg.): Metzler Lexikon Sprache. 5., akt. u. überarb. Aufl. Stuttgart 2016.
 

Heinemann, Margot/Heinemann, Wolfgang: Grundlagen der Textlinguistik. Interaktion – Text – Diskurs. Tübingen 2002.
 

Linke, Angelika/Nussbaumer, Markus/Portmann, Paul R.: Studienbuch Linguistik. 5., erw. Aufl. Tübingen 2004.
 

www.duden.de